Wer nach Spanien zieht, um dort zu leben und zu arbeiten, stellt schnell fest, dass Freiheit und Sonne auch ihre administrative Seite haben. Besonders wenn man sich selbstständig macht, stößt man auf Regeln und Systeme, die anders funktionieren als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.
In diesem Beitrag erläutere ich die wichtigsten Punkte rund um Sozialversicherung und Selbstständigkeit in Spanien — damit Sie wissen, was auf Sie zukommt und wie Sie unnötige Probleme vermeiden.
Was bedeutet es, in Spanien selbstständig zu sein?
Sobald Sie von Spanien aus selbstständig tätig sind, müssen Sie sich als autónomo registrieren. Das gilt unabhängig davon, ob Ihre Kunden in Spanien oder im Ausland sitzen.
Die Anmeldung erfolgt bei der Steuerbehörde über Modelo 036 oder 037 und bei der Sozialversicherung über das Formular TA.0521. Damit wird Ihre Tätigkeit offiziell und Sie bauen soziale Rechte in Spanien auf.
Was ist die Seguridad Social?
Die Seguridad Social ist das spanische Sozialversicherungssystem. Es umfasst unter anderem Krankenversicherung, Rentenansprüche und bestimmte Sozialleistungen.
Durch Ihre monatlichen Beiträge erhalten Sie Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem und bauen Rentenansprüche auf. Die Beitragshöhe richtet sich nach Ihrem erwarteten Einkommen und kann später angepasst werden.
Welche Kosten entstehen?
Für Existenzgründer gibt es in der Anfangsphase einen reduzierten Beitrag (tarifa plana). Danach liegen die monatlichen Beiträge in der Regel bei einigen hundert Euro, abhängig vom Einkommen.
Diese Beiträge sind getrennt von Einkommensteuer und Mehrwertsteuer.
Was ist praktisch zu erledigen?
Sie benötigen zunächst eine NIE-Nummer (Formular EX-15) und bei längerem Aufenthalt eine EU-Anmeldebescheinigung (EX-18). Außerdem müssen Sie bei Ihrer Gemeinde gemeldet sein (empadronamiento).
Anschließend melden Sie Ihre Tätigkeit an:
- bei der Steuerbehörde über Modelo 036 oder 037
- bei der Sozialversicherung über TA.0521
Im Laufe des Jahres reichen Sie in der Regel vierteljährliche Steuererklärungen über Modelo 130 (Einkommensteuer) und Modelo 303 (Umsatzsteuer, falls zutreffend) ein. Die Jahreserklärung erfolgt über Modelo 100.
Möchten Sie eine Übersicht erhalten?
Da dies für viele eine Menge Informationen sein können, habe ich eine praktische Checkliste erstellt, die alle Schritte, Formulare und wichtigen Punkte übersichtlich zusammenfasst. Sie können diese Checkliste ganz einfach über die Optionen rechts anfordern – per WhatsApp oder Kontaktformular. Ich sende Ihnen die Checkliste dann unverbindlich zu.
Wenn Sie Unterstützung wünschen
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Gerade bei grenzüberschreitenden Einkünften oder bei einem Umzug nach Spanien ist es sinnvoll, sich begleiten zu lassen.
Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihre persönliche Situation richtig einzuordnen und die notwendigen Schritte korrekt umzusetzen.